Nach positivem Test bei Xamax: Saisonabbruch noch anwendbar?

Die Spieler des FC Sion machten aus ihrem Unmut keinen Hehl. Begriffe wie „Skandal“ oder „Frechheit“ waren in den sozialen Medien zu lesen. Andere Profis schrieben „Gesundheit geht vor“ oder „wir wollen Klarheit“. Was war passiert? Fünfeinhalb Stunden vor dem geplanten Anpfiff der Partie gegen Xamax wurde die Partie verschoben – erst einmal um einen Tag. Beim Gegner hatte es einen positiven Corona-Test gegeben. Für Sion war es die zweite Partie in Folge, die aufgrund der Pandemie verschoben werden muss. Schon am vergangenen Samstag konnte das Spiel gegen den FC Zürich deshalb nicht stattfinden. Es stellt sich die Sinnfrage für die Fortsetzung der Saison.

Das Beispiel Sion zeigt das Problem des schweizerischen Modells

Die Super League hatte relativ lange gewartet, um den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Anschließend mussten deshalb die Spiele eng getaktet werden. Bereits das Beispiel des FC Zürich zeigte, wie absurd und skurril dieses Modell ist. Der FCZ tritt inzwischen mit der U21 an, weil die erste Mannschaft in Quarantäne ist. Bei Sion sind alle gesund, aber das Team darf trotzdem nicht spielen. Der Verein musste sogar einen Mitarbeiter zurück in die Heimat schicken, um Trainingsmaterial zu besorgen, um irgendwie auf die unerwartete Spielverschiebung reagieren zu können. Zudem wird Sion Ende Juli mehrere Spiele fast im Tagesabstand bestreiten, um irgendwie die Spielzeit zu beenden. Sportlich fair ist das nicht – aber darum geht es schon lange nicht mehr.

Geht es der Liga nur ums Geld?

Beim Thema Geld genießen Fußballprofis nicht unbedingt den besten Ruf. Es muss deshalb schon viel passieren, wenn ausgerechnet sie sich darüber beklagen, dass es einer anderen Partei nur um den schnöden Mammon geht. Ebendies taten die Spieler von Sion. Adressat ihres Zorns war die Liga – diese würde nur „auf die eigene Kasse schauen.“ Der Verband reagierte tatsächlich auf diese Anschuldigung und erklärte, dass sie in Kontakt mit den Vereinen und den Gesundheitsbehörden stehe, um sich darüber zu beraten, ob eine Fortsetzung der Saison noch durchführbar sei. Ein Abbruch wäre nach dem bisherigen Verhalten der Verantwortlichen dennoch eine Überraschung.

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